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Zwei Farben bestimmen dieses Buch, das eine bunte Mischung aus eindrucksvollem Bildband und ausdrucksvollem Tagebuch darstellt: Die Rede ist von ozeanblau und illbruck-grün. Ozeanblau dürfte klar sein, schließlich handelt es sich bei der Volvo Ocean Race um die schwierigste und härteste Hochseeregatta der Welt. Aber illbruck-grün? Nun ja, diese in Richtung helles apfel-grün Marke Granny Smith gehende Farbe ist deshalb so wichtig, weil die Firma Illbruck als Farb- und Namensgeber des deutschen Sieger-Bootes von 2001/02 auftritt -- und eben dieses 19,5 Meter lange Hightech-Gefährt im Mittelpunkt des Buches steht.
Es gibt keine Seite, in der nicht irgendwo dieses Illbruck-Grün auftaucht -- entweder in Gestalt der Segel, des Rumpfes oder der Ausrüstung des international zusammengewürfelten Teams. Und selbst, wenn keine knallige Short oder Windjacke durchblitzt, bleiben immer noch die grafischen illbruck-grünen Balken, die als Tages-Unterteilungen dienen. Und davon gibt es einige. Schließlich waren die Jungs um Skipper John Kostecki 123 Tage und 32.700 Seemeilen unterwegs. Fairerweise muss man erwähnen, dass neben den bootsinternen Aufnahmen, die unter anderem gewaltige Schneeschauer, tobende Wassermassen und witzige Äquatortaufen zeigen, auch Platz für spektakuläre Bilder des gesamten Segelfeldes bleibt: Das "Schiffs-Gewusel" vor der Kulisse von Kapstadt und Sydney etwa oder das "Fan-Gewusel" im Zielhafen Kiel.
Der Textteil ist etwas einseitig. Zwar geben die von unterschiedlichen Bord-Mitgliedern verfassten Tagebucheinträge einen abwechslungsreichen Einblick in die psychischen und physischen Widrigkeiten dieser Gewalt-Tour. Aber Statements anderer Regatta-Teilnehmer wie dem reinen Frauenteam der "Amer Sports Too" kommen leider zu kurz. Viel Platz bleibt jedoch für "Zwischenmenschliches" und "Quatsch aller Art". Besonders amüsant lesen sich die "20 Anzeichen dafür, dass jemand eine zu lange Zeit auf See war". Ein Beispiel: "Ein Snickers ist dir 100 Dollar wert" -- oder noch extremer: "Du würdest dein Snickers glücklich weggeben für 30 Minuten mehr Schlaf." --Christian Haas