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"Danke, ich esse kein Fleisch“. Diesen Satz sage ich regelmäßig, seit über 25 Jahren. Erstaunlicherweise ist mit die häufigste Reaktion: „Wir/ich esse(n) ja auch wenig Fleisch“. Was immer das bedeuten mag, aber für mich klingt das immer ein bisschen wie ein schlechtes Gewissen. Vielleicht haben wir doch so etwas wie ein Bewusstsein dafür, was gut ist und was nicht. Wobei mir schon klar ist, dass gut oder nicht gut in diesem Zusammenhang eine subjektive Empfindung ist. Mir persönlich geht es eher darum ein Bewusstsein dafür zu haben, was ich in meinem täglichen Leben tue.
Ich wurde im tiefsten Oberbayern geboren. Dort geboren zu werden bedeutet unter anderem auch, automatisch zwei Dinge zu sein. Nämlich schwarz (in der politischen Gesinnung) und katholisch. Nach meiner Beobachtung bleiben die meisten dann auch dabei. Da steckt keine eigene Überlegung dahinter, oder eine Reflektion über das eigene Tun und Sein. Wären die gleichen Menschen 300 km weiter nördlich geboren worden, wären sie vermutlich protestantisch, 3000 km weiter östlich buddhistisch oder muslimisch und würden es auch ein Leben lang bleiben. Dasselbe gilt vermutlich auch für die politische Ausrichtung und eben auch bei der Ernährung. Für die meisten Menschen ist Fleisch und Fisch zu essen einfach so normal, wie deutsch zu sein, oder eben katholisch usw. Hier gilt analog das gleiche wie oben. Wären sie in einem anderen Land geboren, würden sie Hunde oder Katzen essen normal finden, oder Rinder essen auf einmal als Sünde empfinden. Sie würden Schlangen lecker finden oder Schwein als unrein bezeichnen. Möglicherweise finden sie jetzt Insekten gar nicht mehr eklig, aber dafür Innereien. Reflektion findet hier eher selten statt.
In Bayern ist Fleisch essen tief verwurzelt. Alle typischen regionalen Gerichte basieren auf Fleisch. Es gilt als Kraftbringer und Fleisch essen an sich als männlich und stark. Ein richtiger „Bursch“ isst Fleisch und zwar viel davon, trinkt Bier, wählt schwarz und ist katholisch. Nicht das einfachste Umfeld um 1985 als 20 Jähriger aus der Kirche aus zu treten und Vegetarier zu werden. „Was isst du denn dann?“ „Auf jeden Fall nichts was Eltern hat“. Das ist oft mein zweiter Satz. In den letzten 25 Jahren habe ich viele unglaubliche Geschichten erlebt. Einige davon werde ich hier erzählen. Darüber hinaus auch die Geschichte wie ich dazu kam und warum ich dabei blieb. Warum ich kein Missionar bin und niemanden vorschreiben will, wie er zu leben hat. Aber auch welche guten Gründe es gibt doch noch mal darüber nach zu denken was wir essen.
Gerade in der aktuellen Zeit ist es erstens notwendig und zweitens „in“ sich mit Ernährung, speziell mit Fleisch & Co. zu beschäftigen. Oft aber ist es auch oberflächlich und aufgesetzt. Zwei Dinge, die ich gar nicht ab kann. Dieses Buch folgt meiner eigenen Sprache und ist gerade heraus und authentisch. Wer das mag wird viel Spaß haben und viele Anregungen zum Nachdenken finden, wer nicht … es gibt noch so viele niveauvolle, politisch korrekte Bücher … lies eines von denen.
"Du sollst nicht töten" liefert nicht nur eine Menge Stoff zum Nachdenken, sondern auch einen Vielzahl von Zahlen, Daten, Fakten die geeignet sind, unsere Ernährungsgewohnheiten in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Mir liegt das Thema am Herzen und ich nehme es ernst, trotzdem der Sprachstil des Buches ist eher umgangssprachlich, locker und unterhaltsam. Es verschafft einen schnellen Überblick über das Thema und kommt direkt auf den Punkt. Durch die autobiografische Schreibweise bleibt es persönlich und nachvollziehbar. Eben ein "sehr subjektives Plädoyer".
UPDATE: Das Buch wird überarbeitet, lektoriert, korrigiert und ergänzt. Das dauert ein bisschen, aber alle Leser bekommen ein kostenloses Update, wenn es soweit ist.
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